Das vermasselte Image der Stadt Heidenau

Das vermasselte Image der Stadt Heidenau

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NewsCouch Magazin
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Bundesweit wird auf die Stadt Heidenau geschaut, ständig ist das Thema präsent – insbesondere im Internet. Auf der Plattform Twitter ist Heidenau öfters in den Trending Topics, nicht nur weil prominente aus Deutschland wie zum Beispiel Elyas M’Barek sich hiervon distanzieren. Auch in der Politik ist das Thema selbstverständlich präsent – nun fordert nämlich auch die SPD eine klare Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Was passiert in Heidenau?

Rechtsextreme haben in Heidenau über zwei Nächte hinweg vor einer Notunterkunft  für Flüchtlinge randaliert – es wurden Steine geworfen, es wurde gepöbelt und es wurden Hassparolen geschrien, inklusive Sprüche aus dem Nationalsozialismus. Einige tausend – natürlich nicht alle – Einwohner aus Heidenau und vermutlich Umgebung sind gegen eine Asylunterkunft im Ort. Nur noch einmal zum Mitschreiben: Die Menschen nehmen eine lebensbedrohliche Reise auf, verlassen ihre Heimat, lassen all ihr hab und gut zurück um in Sicherheit zu leben werden hier derart angegriffen.

„krieg das Zuhausegefühl…“

Heidenau hatte sich in der Vergangenheit anders Positioniert. Mitte 2012 hat die Stadt ein Musikvideo gedreht – „Unser Song – Mein Heidenau“ – es sollte helfen für ein besseres Image und die Einwohnerzahl steigern. Im Lied heißt es: „Na komm tritt ein, Du bist willkommen, setz Dich zu uns, krieg das Zuhausgefühl…“ In der Videobeschreibung auf YouTube wurde das Lied folgendermaßen beschrieben: „Mit diesem Lied möchte sich unsere Stadt auch einmal von seiner musikalischen Seite zeigen und genau darüber singen, was unser Stadt so besonders macht!“

Das Lied zeigt das Image, welches Heidenau ausstrahlen möchte. Wie bereits erwähnt, nicht jeder in Heidenau tickt so, allerdings sind diese Stimmen eindeutig zu leise. Der Bürgermeister der Stadt Heidenau, Jürgen Optiz, distanziert sich von der derzeitigen Lage auf Facebook.

Seit dem Bekanntwerden der Tatsache, dass die Landesdirektion Sachsen in Heidenau eine Erstaufnahmeeinrichtung im ehemaligem Praktiker Baumarkt plant, reißen Anfragen besorgter Bürger aber vor allem Hetze, Hass und rassistische Äußerungen nicht ab. Die Stadtverwaltung hat sich bemüht, die ihr zugänglichen Informationen unmittelbar an die uns zur Verfügung stehenden Medien zur Unterrichtung der Bevölkerung weiter zu geben. In der Nacht vom Freitag zum Samstag erreichte der Aufruf der NPD zum Widerstand gegenüber der Flüchtlingsunterkunft seinen gewalttätigen Höhepunkt.

Zum Schluss wendet er sich noch mit einem Aufruf an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt:

Ich rufe daher alle Bürgerinnen und Bürger zu Besonnenheit auf und bitte Sie um Zeichen der Solidarität mit den bereits in Heidenau befindlichen Flüchtlingen und mit denen, die in den nächsten Tagen im ehemaligen Praktiker Baumarkt eine erste Zwischenstation auf ihrer beschwerlichen Flucht finden sollen.

Die Stadt hat noch einiges vor sich

Bis die Stadt diese Probleme in den Griff bekommen hat, wird noch einige Zeit vergehen. Bis dahin, hoffe ich, dass diese „Menschen“ endlich zur Vernunft kommen und bemerken, wie abartig es ist, die schwächsten Menschen anzugreifen. Gibt ihnen doch endlich die Möglichkeit sich vollständig in die Gemeinschaft zu integrieren um ihnen ein sicheres Leben in Deutschland zu ermöglichen.

Von der Stadt Heidenau wünsche ich mir eine Kampagne innerhalb der Ortschaft und auf den Social Media-Kanälen. Herr Bürgermeister, Sie sind für eine Familienfreundliche Gemeinde – zeigen Sie es mit Plakaten, Bildern und Texten. Das wäre schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung.

Leseempfehlungen:

Rechte Ausschreitungen in Heidenau: Wieder Gewalt vor Flüchtlingsheim – taz

Heidenau: Wieder rechte Randale gegen Flüchtlinge – neues Deutschland

Entsetzen über den Hass von Heidenau – Tagesschau

Besonders möchte ich dem Team von „streetcoverage“ auf Twitter danken. Hier gibt es stets Reportagen und Liveticker unter der klaren Position die auch NewsCouch vertritt: Gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

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