Kolumne: “Das ist kein Bloggen mehr, das ist Kapitalismus!”

Kolumne: “Das ist kein Bloggen mehr, das ist Kapitalismus!”

11. Februar 2015 10 Von Manuel

Letztens tauchte ein Blog-Artikel auf von einem Gourmet-Blog, die Dame namens Mel zeigte auf, was ein Blog im Monat kostet und warum das die Leser wissen sollten. Die Kalkulation ist derart absurd, dass ich den Ruf von uns Bloggern in Gefahr sehe. Das ist kein leidenschaftliches Hobby mehr, sondern Kapitalismus. Um den Chefblogger Mächler zu zitieren: “wer sich öffentlich aufregt dass sein hobby bloggen geld kostet, soll damit aufhören und zum mcdonalds burgerbraten gehen!”

Es gibt bestimmte Grundsätze, die ich mir für diesen Blog gelegt habe: Keine Werbeartikel, es sei denn, diese werden mit “Sponsored Post” entweder am Anfang des Artikels oder im Titel gekennzeichnet. Einen verstecken Werbeartikel wird hier niemals zu finden sein! Egal, wie viel Geld mir dafür angeboten wird. Selbes gilt übrigens auch für Testartikel/Pressemuster, wenn ich diese gestellt bekomme, wird dies stets in den Artikeln und Videos erwähnt, aber das wisst ihr ja bereits. Wenn ihr wüsstet, wie viel Geld mir schon durch die Lappen gegangen sind, weil ich Angebote abgelehnt habe, würdet ihr mit Sicherheit Fragen, ob ich komplett bescheuert bin. Jedoch, es gibt wichtiges als Geld: Moral.

Kommen wir auf den angesprochenen Artikel von Mel zurück. Ich präsentiere euch nachfolgend die Kalkulation:

  • (zugrunde liegt der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 €)
  • Blogposts (8 Posts á 5 Stunden inkl. Recherche, Rezeptplanung, Einkauf Lebensmittel, Kochen, Styling Food und Props, Fotografie, Bildbearbeitung, Text und Rezept schreiben, Fotos hochladen, Korrekturlesen; 40 Stunden): 340,– €
  • Moderation von Kommentaren und Spam im Blog (3 Stunden): 25,50,– €
  • Pflege der Social Media Kanäle (15 Stunden): 127,50 €
  • Archivierung und Ablage von Inhalten und Bildern (3 Stunden): 25,50,– €
  • Wartung CMS, BackUps, Updates Software und Plugins (3 Stunden): 25,50 €
  • Beantwortung von E-Mails, allgemeinen Anfragen, spezifischen Fragen zu Rezepten und Bloggen sowie Kooperationsangeboten (8 Stunden): 68,– €
  • Fortbildung Technik und Recht (2 Stunden): 17,– €
  • Vorbereitende Buchhaltung, Korrespondenz mit Steuerberater und Finanzamt (2,5 Stunden): 21,25 €
  • Abholung von unerbetenen Warensendungen von der Post oder den Nachbarn (2 Stunden): 17,– €

Ein Blog wird nicht geführt, weil man eventuell viel Geld dadurch machen kann, sondern aus purer Leidenschaft. Punkt 1 bezüglich dem Mindestlohn ist im Kontext Blog absolut daneben. Meinen Blog NewsCouch gibt es mittlerweile seit dem 1. September 2012, eine wahnsinnige Zeit mit circa 2000 Artikeln. Wie viel Geld habe ich bereits damit gemacht? Bisher nur Minus: Plugins, Themes und Bücher. Alle weiteren Punkte sind für mich auch Humbug, siehe allein “Pflege der Social Media Kanäle”. Übrigens, kleiner Tipp: IFTTT.

In einer weiteren Aufstellung kommt dann auch noch mein Lieblingspunkt: “Computer: 55 Euro” im Monat. Dazu fallen mir nicht mal mehr Wörter ein. Völlig absurd.

Daher noch einmal meine Worte, welche ich schon länger Predige: Einen Blog zu betreiben, sollte man nicht aufgrund des Geldes sondern aufgrund der Leidenschaft. Mir macht es Spaß euch stets das aktuelle aus den Bereichen Technik, Spiele, Musik und Wirtschaft zu berichten und ab und zu mal Produkte zu testen.

Ach ja, bevor ihr etwas teilt, passt doch bitte auf. Der besagte Artikel hat sich nämlich sehr stark verbreitet und das, obwohl es andere Themen sicherlich mehr verdient haben, geteilt zu werden.

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