Die ungestillte Sensationsgeilheit der Medien: Der Airbus-Absturz

Die ungestillte Sensationsgeilheit der Medien: Der Airbus-Absturz

27. März 2015 0 Von Manuel

Am Dienstag ereignete sich ein schlimmer Flugzeug-Absturz, unsere Medien schlachten dieses Ereignis gnadenlos aus. Ein Kommentar.

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass die Medien hierzulande mit toten Menschen Geld “verdienen”. Natürlich nicht alle, es gibt aber einige große Publikationen die genau dies tun und dies Schamlos und jegliche Moral. Das hat mit Journalismus nichts mehr zutun. Sehr gerne würde ich diesen Artikel mit (zensierten) Bildern versehen um euch zu zeigen, wie die Medien berichten, das lässt das deutsche Urheberrecht nicht zu. Reform, please…

Ich möchte mich im Namen des Blogs bei “BILDblog” bedanken, die Damen und Herren des Blogs schreiben täglich über unsere kaputte Medienlandschaft. Auch zu diesem Thema gab es einen großartigen Artikel: Absturz des Journalismus.

Tag des Geschehens

Die Sensationsgeilheit der Menschen erreicht einen neuen Höchstwert, zu zeigen des Internets wurde die Meldung über den Flugzeugabsturz in Südfrankreich sofort über alle Kanäle verteilt, dies ist absolut kein Problem. Was wirklich stört, ist diese Aufmachung der Medien. Es dauerte wenige Minuten, schon waren tausende Newsticker der Medien am laufen. Nachdem ich diese Absurditäten gesehen habe, musste ich mich bei den jeweiligen Seiten anmelden und Fragen, ob das wirklich deren Ernst ist. Wofür studiert man Journalismus? So etwas kann doch kein studierter Mensch fabrizieren. So einer hat doch journalistische Werte vermittelt bekommen?

Auf Bild.de wurde im Newsticker alles geteilt, was man so gefunden hat. Die meisten “Nachrichten” waren schlichtweg irrelevant, zum Beispiel:

newsticker-flugzeugabsturz

Auch gab es wieder die alte Leier mit den Emotionen, so zum Beispiel auch Focus Online.

flugzeugabsturz-newsticker

Es wurde einfach alles in die Newsticker geschrieben, was die “Journalisten” gerade aufgefangen haben. Oftmals wurden Nachrichten auch revidiert, da diese nicht mehr gestimmt haben. Eine Verbesserung gab es nicht, oder eine Art Entschuldigung. Die Falschmeldungen wurden einfach gelöscht, ohne das zu erwähnen.

Absurde Bildstrecken

Bei dieser Tragödie sind 150 Menschen sinnlos ums Leben gekommen, den Journalisten fällt nichts besseres ein, als den Angehörigen noch Salz in die Wunden zu kippen. Auf der BILD-“Zeitung” wurde auf der Startseite ein Artikel verlinkt, in diesem Artikel ging es um eine junge Dame “ihre letzten Tage in Barcelona”. In dem Bericht wurden Bilder der jungen Dame gezeigt, sozusagen all ihre Bilder aus Barcelona die sie auf Instagram geteilt hat.

Aus privaten Bildern einer kürzlich verstorbenen Person eine Bildstrecke zu basteln ist mitunter die respektloseste Art und weise, wie ein Journalist handeln kann. Dieser Artikel verblieb Stundenlang prominent auf der Startseite. Hunderte Beschwerden beim Presserat trudelten ein.

Liken für alle Bilder!

Auf der Homepage der Zeitschrift BUNTE war ein Flyer zu sehen mit dem Inhalt “SIE INTERESSIERT – AIRBUS-ABSTURZ Jetzt liken und keine Bilder mehr verpassen!”

Ich hoffe dass alle Medien, die sich so verhalten haben, eine Rüge vom Presserat erhalten.

Ebenso Lesenswert:

Der Postillon (Satire): Sensationsreporter bedauert, nicht live in der abgestürzten Maschine gewesen zu sein