The Oscars Logo
The Oscars Logo / Photo by Disney | ABC Television Group via Flickr, CC BY-ND 2.0

Die 90. Oscarverleihung ist beendet, am Sonntagabend konnten wieder einige glückliche Gewinner den begehrten goldenen Oscar mit nach Hause nehmen. Der Film Shape of Water (in Deutsch „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“) vom gebürtigen Mexikaner Guillermo del Toro holt sich den Hauptpreis als bester Film. Mit humorvoller Moderation durch Jimmy Kimmel, der bereits im vergangenen Jahr dieser Rolle nachkommen durfte, sowie verschiedenen Showacts aus den verschiedenen Filmen des Abends wurde die fast vierstündige Oscar-Show ein ganzer Hit. Es zog sich ein kontinuierlicher, roter Faden durch das gesamte Event, der zur heutigen Zeit aktueller nicht sein könnte: Die Thematik der Diversität und Gleichberechtigung, die sich sowohl in den Acts als auch in den nominierten Filmen erkennen ließ. Wer räumte den begehrten Oscar ab und was waren die Highlights des Abends?

Shape of Water ist bester Film: Mit insgesamt 13 Nominierungen und vier Gewinnen gingen die Macher der Fantasy Fabel mit den meisten Oscars nach Hause. Mit dem Gewinn in den Kategorien „bester Film und „bester Regisseur“ konnte Shape of Water in beiden Fällen den stärksten Konkurrent Three Billboards Outside Ebbing, Missouri schlagen, der ebenfalls als Favorit gefeiert wurde. Die Präsentatoren des Hauptpreises waren, wie auch im letzten Jahr, Faye Dunaway und Warren Beatty. 2017 waren sie Teil des wohl größten Oscar-Eklats aller Zeiten: Sie erhielten den falschen Umschlag. Es wurde der falsche Film ausgerufen und das in der wichtigsten Kategorie des Abends! Sie erhielten dennoch eine zweite Chance und diesmal ging alles glatt!

Ein Thema, das sich durch den gesamten Abend zog, war unverkennbar die Stimme der Frau. An sämtlichen Situationen, Reden und Filmen wurden die Frauen von heute gefeiert, was angesichts der aktuellen Kampagnen wie „#MeToo“ und „Time’s Up“, die sich für die Gleichberechtigung und Stärke der Frau einsetzen, besonders zur heutigen Zeit passt. Greta Gerwig und Rachel Morrison waren Frauen, die in den wichtigen Kategorien „beste Regisseurin“ und „beste Kamera“ nominiert waren. Zwar gingen sie leer aus, ein Zeichen setzte es jedoch allemal.

Gleichzeitig standen Filme im Mittelpunkt, die die Stärke der Frau zeigten. So etwa in Wonder Woman und Black Panther sowie in Filmen wie I, Tonya, Lady Bird und auch Molly’s Game. Während in den ersteren zwei die Frauen als Kämpferinnen gezeigt wurden, wurde in letzterem die Rolle der Frau in einer von Männern dominierten Bereich dargestellt, nämlich in der Pokerszene. Basierend auf dem Buch von Molly Bloom, erzählt es die Geschichte des Aufstiegs und Untergangs der gleichnamigen Protagonistin, die ein High-Stakes Pokerspiel für Hollywood Stars und Prominente führte. Die Thematik von Kartenspielen und Casino kam bereits häufig in Filmen zum Einsatz, so etwa in Martin Scorseses Casino aus 1995, der damals ebenfalls für den Oscar nominiert war. Beide Filme gingen jedoch bei den Oscars leer aus.

Ein Höhepunkt des Abends war die Rede der Oscar-Gewinnerin Frances McDormand in der Kategorie „beste Schauspielerin“ für ihre Hauptrolle in Three Billboards, die in ihrer rührenden Dankesrede alle nominierten Frauen bat, aufzustehen, um den Erfolg gemeinsam zu feiern. Weitere Hauptpreise gingen an den Favoriten Gary Oldman in der Kategorie „bester Schauspieler“ für seine Leistung als Churchill im Film Darkest Hour, so auch Allison Janney als „beste Nebendarstellerin“ für ihre Rolle als Mutter in I, Tonya und Sam Rockwell als „bester Nebendarsteller“, der gleich zu Beginn der Veranstaltung seinen Goldmännchen übergeben bekam. „Beste Kamera“ ging an Roger A. Deakins aus Blade Runner 2049, und für „Original Screenplay“ erhielt Jordan Peele für einen Debütfilm des Horror-Genres Get Out die goldene Statue.

Weitere Highlights, die den Abend mit musikalischen Showeinlagen abrundeten, war der Auftritt der Sängerin aus The Greatest Showman mit „This is Me“, sowie die rundum hervorragende Moderation durch Jimmy Kimmel und die immer wieder humorvollen und eindrucksvollen Ansprachen der Laudatoren, wie beispielsweise Tiffany Haddish und Maya Rudolph. Im Ganzen waren die 90. Academy Awards ein ganzer Erfolg mit einigen Überraschungen an Neulingen und einigen Favoriten-Gewinnen. Nach dem Desaster 2017 standen die Oscars dieses Jahr vor allem auch unter einem Motto: Bloß nichts falsch machen – wie etwa den falschen Umschlag aushändigen…

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